Samstag, 31. August 2013

Schreie (2011)

Alle reden auf mich ein: „Verletz dich nicht“ oder „Fang nicht an zu hungern.“ Dabei ist das der einzige Weg für mich, mich zu spüren. Der Hunger wird zum Freund, das Magenknurren ist beruhigend, ich weiß, dass ich nicht zu viel gegessen habe. Ich weiß, dass ich nicht noch fetter werde. Beim Schneiden spüre ich den Schmerz, fühle mich befreit von allem und kann alles eine kurze Zeit vergessen. Wenn ich dann später die Narben und Wunden sehe werde ich an diese Zeit erinnert und das Gefühl kommt für kurze Zeit zurück. Bei jedem Schmerz, den ich spüre, merke ich, dass ich noch lebe. Mein Äußeres lebt. Meine Seele ist schon lange nicht mehr so lebendig, wie es scheint und ich existiere fast nur noch in meiner Traumwelt. Kaum einer im echten Leben interessiert sich wirklich für mich, also bin ich still. Nach außen, innen schreie ich verzweifelt nach Hilfe, ich weine. Ich bin ein kleines Mädchen, dass Schutz und Aufmerksamkeit sucht. Und ich bin gespannt, wann ihr das merkt.

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