Sonntag, 24. Juli 2011

Verborgene Gefühle

Ich seh in deine Augen und spüre die Angst,
tief verborgen in deinem Herzen.
Verschleiert hinter gespieltem Lachen,
verborgen vor der Außernwelt.
Ich sehe sie trotzdem,
tief in dir drin.
Seh' all deine Gefühle.
Ich fühle das selbe,
darum kann ich es sehen.
Gefühle tief in dir drin.
Du fragst dich vielleicht was andere sehen,
wenn ich so leicht die Wahrheit seh'.
Doch ich kann dich beruhigen,
kein Mensch außer uns,
Macht sich die Mühe,
hätte die Kraft,
in uns zu schauen,
die Wahrheit zu sehen.
Oder das Gesehene zu glauben.

Freitag, 15. Juli 2011

15.07.2011

Ist zwar kein Gedicht, aber trotzdem sehr persönlich...


Aileen war ein immer fröhliches Mädchen. Für die Außenwelt. Innerlich fühlte sie sich einsam, verlassen, zerbrochen. Klar, ihre Eltern waren für sie da. Wenn sie nicht gerade beschäftigt waren oder mal Ruhe brauchten. Ihr Vater war zu seiner neuen Freundin abgehauen, aber das störte sie nicht sonderlich. Klar, als sie von der Trennung ihrer Eltern erfahren hat brach eine Welt zusammen, trotzdem ist sie heute glücklich darüber. Ihr Vater war nie eine sonderlich große Bezugsperson gewesen, aber als er anfing sie zu beschimpfen und mit Sprüchen zu verletzen war auch das letzte bisschen Liebe verschwunden. Jetzt hatte sie noch ihre Mutter die sich alles gut redet, aber doch nicht richtig zuhört. Ihre Freunde? Ja, sie hatte welche, aber wem kann man vertrauen wenn man von den meisten schon in irgendeiner Weise verletzt wurde. Nur Finja war anders, aber ihr ging es meistens auch so schlecht und da wollte Aileen sie nicht noch mehr belasten. Sie verschloss sich und ihre Gefühle und fing an zu schauspielern. Ihr ganzes Leben war eine Lüge, keiner wusste was in ihr vorging. Auf die Frage „Wie geht’s dir?“ antwortet sie nie „Schlecht“ oder „Scheiße“ sondern immer „Gut“ oder höchstens „Mittelmäßig“. Falls dann doch mal jemand Rückfrage hält kommen Bauchschmerzen oder ähnliches ins Spiel. Egal wie sie sich eigentlich fühlt, sie schafft es immer den anderen klar zu machen dass alles OK ist. Bis sie nicht mehr konnte. Der Druck war zu groß, Hass, Wut, Einsamkeit. Alles in ihr aufgestaut. Es fühlt sich an als wären in ihr viele, kleine Monster die ihr Herz zerreißen wollen.
Das ist der Zeitpunkt an dem sie das erste Mal zur Klinge greift. Es blutet kaum, aber in dem Moment hilft es. Schließlich schläft sie weinend ein, wie fast jede Nacht. Am nächsten Tag ist alles wie immer, sie geht zur Schule und ist „fröhlich“. Selbst als sie eine Arbeit mit einer „6“ zurückbekommt tut sie so als würde es sie nicht stören. Keiner soll es sehen, ihre Gefühle gehen die nichts an. Aber als sie wieder zu Hause ist und ihre Mutter wie immer schläft bricht es aus ihr raus. Oder es will zumindest, sie will weinen und kann es nicht. Da greift sie wieder zur Klinge und kann für kurze Zeit ihre Gefühle vergessen. Sie konzentriert sich auf den Schmerz der beim schneiden entsteht und kann endlich weinen. Der ganze Druck fällt für den Moment von ihr ab und sie ist glücklich. Als sie abends im Bett liegt denkt sie zwar darüber nach was sie da macht, aber sie denkt da sie es ja nicht so oft machen will und es nur oberflächlich ist kann es nicht so schlimm sein wie der seelische Schmerz. Dass sie auf dem besten Weg ist abhängig zu werden sieht sie (noch) nicht. Bereits nach wenigen Wochen ist ihr halber Arm voll mit Narben und Wunden.Das ist das erste Mal dass sie merkt dass es falsch ist was sie macht. Sie versucht alles um aufzuhören, sie wirft alle Klingen weg und trägt Verbände. Trotzdem schafft sie es nicht, dann nimmt sie halt die Schere und das Bein. Jedoch wird es seltener.
Irgendwann schafft sie es tatsächlich aufzuhören, denn sie hat einen „Ausgleich“ gefunden. Sie schreibt, macht Sport und sie hat jemanden gefunden mit dem sie reden kann. Eine die sie versteht und nicht verurteilt. Im nächsten halben Jahr geht alles gut und sie verletzt sich nicht mehr selbst, doch dann ein Rückfall. Sie hatte Streit mit ihrer Mutter und plötzlich kommt alles wieder hoch. Der Schmerz, der Druck und der Wille zu sterben. Den hat sie seit mehreren Jahren obwohl sie grade mal 16 ist. Sie hat zwar noch keinen Versuch hinter sich, aber die Gedanken quälen sie. Grade als sie dachte sie erfolgreich verdrängt zu haben kommen sie wieder. Der Abend und die Nacht werden die Hölle, sie schafft es zwar sich nicht zu ritzen, obwohl es schwer ist, aber trotzdem muss sie sich erst wehtun bis sie ruhiger wird und nach mehreren Stunden endlich einschläft.
Das war der Zeitpunkt an dem sie beschloss zu reden.

Montag, 11. Juli 2011

Grundlos.

Allein zu Haus in meinem Bett,
auch wenn du bist noch so nett,
ich kanns nicht sehn,
ich kanns nicht verstehn,
ich bin so traurig,
ganz ohne Grund.

Ein Fitzelbisschen,
unscheinbar.
Langt bei mir,
schon manchmal.
Dann wein ich los,
ganz ohne Grund,
ich will schreien,
ohne Ton.

Ich muss es lernen,
zu akzeptieren.
Ich muss damit leben,
schwer wie's ist.

Zeiten kommen,
Zeiten gehen,
Menschen kommen,
Menschen gehen.
Gefühle gebildet,
Gefühle verschwendet.
Am Ende im Ruin geendet.

Schule und Mobbing

Jeden Morgen das gleiche Gefühl,
jeden Morgen die gleiche Qual.
Die meisten denken das lässt mich kühl,
doch ihr lasst mir auch keine Wahl.
Zeig ich wie es mir wirklich geht,
hackt ihr noch mehr auf mir rum.
Zeig ich es nicht und tu ich fröhlich,
lasst ihr's ein bisschen sein.
Soviel lernt man nach dieser Zeit,
nach diesen langen Jahren.
Zwar wird’s so nicht besser,
aber auch nicht schlimmer,
erträglich wird’s nie sein.