Für einen kurzen Moment ist alles still. Die ganze Welt scheint still zu stehen, keine Geräusche, keine hetzenden Leute, nichts. Nur ich und meine Gedanken. Alles ist laut, aber ich merke es nicht. Zuweit weg sind sie, die Gedanken. Frei, mein Traum, erfüllt.
Ich habe Kopfschmerzen als ich wieder aufwache. Es scheint als ob ein kleines Männchen, nein, mindestens 1000, mit einem Hammer von innen gegen meinen Kopf schlagen. Unerträglich, selber Schuld. Was mache ich sowas? Liegt an dieser Welt. Jeder weiß es ist schlecht, aber was soll ich hier? Wir sind ein Nichts, ich bin ein Nichts. Keiner weiß was in mir vorgeht, keiner würde mich verstehen. Keiner will mich verstehen. Das weiß ich, das wissen sie. Sie wollen es nicht, ich will es nicht. Nicht reden, nicht zuhören, nichts! Nur frei sein.
Ich weiß nicht wie lange ich geschlafen habe, halb tot. Es ist hell, eben war es doch noch halb dunkel. Keiner hat nach mir gefragt, das weiß ich. Meine Familie? Beachtet mich nicht, nicht so, dass ich es merke. Ich bin alleine, werde es immer sein. Mir ist es egal, ich kenne es nicht anders. Ich habe alles was ich will, jeder Wunsch wird mir erfüllt. Denkt ihr. Alle sind neidisch, keiner versteht mich. Keiner kann mich verstehen, keiner weiß was in mir vorgeht. Mir geht es gut, mir fehlt es an nichts. Falsch. Was ist mit Liebe? Was ist mit Zuwendung? Kennt ihr sowas? Nein, wahrscheinlich nicht. Ihr lebt im hier und jetzt, Vergangenheit? Egal. Warum auch? Wir leben ja heute und nicht gestern. Im Grunde richtig, von Grund auf falsch. Die Leute vergessen was wichtig ist – Liebe, Zuwendung, Wärme. Noch vor wenigen Jahren war das normal, heute Vergangenheit. Ihr freut euch nur über Fortschritte, geiert nach Neuheit. Hauptsache aktuell und mit vielen Funktionen. Jeder hat sowas, alle brauchen das neueste. Warum? Klar, ohne den Kram kannst du nicht leben – Lebensmittel aus dem Supermarkt? Nein. Übers Internet bestellt. Sich mit Freunden treffen? Nein, Videotelefonie. Sport machen? Nein, vor Spielekonsolen hampeln.
Ich mag diese Welt nicht. Ich möchte Liebe, hier, jetzt. Ich möchte keine Geschenke zum Ausdruck von Liebe - Umarmung, Zärtlichkeit, Nähe. Eine normale Welt. Nicht laut, nicht voll, nicht stinkend. Wir machen diese, unsere Welt kaputt. Warum brauchen wir diese „tollen“ Fortschritte wenn ihr sie Zerstört? Unser Leben geht den Bach runter und keinen kümmerts. Dann braucht ihr die Fortschritte nicht mehr, dann braucht ihr gar nichts. Aber ihr seid frei, für immer. Und all die Leute die was dagegen tun, die Unschuldigen, sterben mit euch. Leiden für euch, lassen ihr Leben. OK, sterben ist für mich kein Leiden, sondern frei sein. Liebe ist Leiden wenn es so ist wie ihr. Ohne Zuwendung, ohne Nähe. Ich will hier nicht leben, ich kann hier nicht leben. Ich will weg, raus aus dieser Welt. Rein ins Paradies und frei sein.
Ich schließe meine Augen zum letzten Mal. Ich öffne sie langsam und sehe strahlendes Licht. Keine Autos, keine Abgase, Licht. Es ist ruhig, alles ruhig. Und zum ersten Mal seit langen fühle ich mich sicher und geborgen. Ich bin frei.
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